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Unsere Kindertagesstätte: ein Haus (auch) für junge Mädchen und Jungen

Mit dem Anbau der Krippe antworten die Stadt Versmold und der Träger DRK Versmold auf die starke Nachfrage vieler junger Familien nach einem Kindertagesstättenplatz für ihre ein- und zweijährigen Kinder. Die Vereinbarung von Beruf und Familie stellt für viele Paare eine existentielle Aufgabe dar. Wir freuen uns, mit der Erweiterung unserer Kita Familien mit Kleinkindern stärker unterstützen zu können.

Der Anbau der Krippe ist für uns kein Neuanfang, sondern eine konsequente Weiterführung unserer familienergänzenden Betreuungs- und Bildungspraxis. Die Krippe stellt einen integralen Teil unserer Kindertagestätte dar.
Die pädagogische Grundlage für die Betreuung und Begleitung der jüngeren Kinder bildet unsere pädagogische Konzeption „Stets in Bewegung“, die wir seit der Gründung unserer Kita in theoretischer Reflexion und im erzieherischen Alltag (weiter-)entwickeln.

 

Der Übergang von der Familie in die Kindertagesstätte als Schlüssensituation

Die ein- und zweijährigen Jungen und Mädchen bilden für uns aufgrund ihres frühen Eintritts in die Kindertagesstätte eine besondere Zielgruppe.
Mit dem Übergang von der Familie in die Kindertagesstätte beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Das Leben in der Kita stellt sie vor neue Lernaufgaben, die sie mit Hilfe ihrer Eltern und uns als ihren neuen Bezugspersonen und Entwicklungsbegleiterinnen in kleinen Schritten lösen werden. In Teamfortbildungen haben wir uns die fachlichen Grundlagen für die frühkindliche familienergänzende Förderung der jungen Kinder erarbeitet. Wir sind uns bewusst, dass die Übergangsgestaltung eine Schlüsselsituation für das Wohlergehen und die Lernlust der Kinder, sowie für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Eltern zu unserer Kita ist.

 

Jedes Kind ist kompetent und eine einzigartige Persönlichkeit

Unsere erzieherische Praxis leitet unser Bild vom kompetenten Kind. In unserer Konzeption „Stets in Bewegung“ begründen wir, warum alle Kinder von Geburt an, eigensinnig und eigenaktiv die Welt erkunden, emotional und sozial kompetent sind. Für uns sind die kleinen Kinder keine unbeschriebenen Blätter, sonder individuelle Persönlichkeiten, die mit dem Eintritt in unsere Kita in zwei Lebenswelten (Elternhaus und Kindertagesstätte) die Welt erkunden lernen und emotional bedeutsame Beziehungen zu Erwachsenen und Kindern aufbauen.

Wir wissen, dass jedes Kind die körperlichen, sozialen, emotionalen, motorischen, kognitiven und sprachlichen Entwicklungsaufgaben individuell, d.h. in dem ihm möglichen Tempo und geprägt von seinem Temperament realisiert. Wie orientieren unsere Hilfen und Ressourcen, die wir dem Kind anbieten, an dem Entwicklungsstand des einzelnen Kindes. Wir wissen, dass der Eintritt in unsere Kita für die neuen Kinder Anforderungen stellt, die zusätzlich zu ihren altersentsprechenden Entwicklungsaufgaben auf sie zukommen.

 

Mit den Eltern gemeinsam den Übergang begleiten

Die Eltern können ihre Kinder nicht in der Familie auf den Eintritt in den Kindergarten vorbereiten. Erst im Kindergarten wird ihr Kind ein Kindergartenkind. Die zentralen Lernaufgaben sind:

  • ein erstes Lösen von der Mutter und dem Vater
  • eine neue soziale und ökologische Lebenswelt kennenlernen und aneignen
  • neue Beziehungen zu unbekannten Erwachsenen aufbauen
  • sich unter neuen Kindern erleben und neue soziale Erfahrungen machen
  • mit anderen Kindern - losgelöst von Erwachsenen - spielen lernen und die eigene Selbstwirksamkeit im Kindergartenalltag erleben.

Die Kinder und ihre Eltern erleben den Übergang in den Kindergarten als eine existentielle Herausforderung. Sie werden aktive Kindergarteneltern, indem sie ihr Kind einfühlsam und bestärkend begleiten. Wir Erzieherinnen danken den Eltern für den Vertrauensvorschuss, den sie uns entgegenbringen. Wir realisieren in der Übergangsphase unsere Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, indem wir uns mit ihnen über das Befinden und die Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen. Die Eltern sind die Experten für ihre Kinder, die uns im Gespräch an ihrem Wissen, ihren Sorgen und Wünschen teilnehmen lassen. Wir suchen als pädagogische Fachkräfte und emotionale Bezugspersonen ihres Kindes den Austausch und die dialogische Kooperation mit den Müttern und Vätern.

 

Das Leitziel unserer Entwicklungsbegleitung und Betreuung ist die Förderung des Wohlbefindens und der Gesundheit der uns anvertrauten Kinder.

Im Mittelpunkt unserer alltäglichen Betreuungs- und Bildungspraxis steht die ganzheitliche Befriedigung der Grundbedürfnisse der jungen Kinder. Die Organisation des Kita-Alltags, die Gestaltung der Lebens- und Spielbereiche, die Sorge für das leibliche Wohlergehen und die gesunde Ernährung sind Basisbereiche unseres erzieherischen Engagements.

Für unsere jüngsten und jüngeren Kinder bieten wir keine abgehobenen Förderaktivitäten an, sondern der Lebens- und Lernalltag in der Kita ist der ganzheitliche Entwicklungs- und Bildungsraum der Kinder.

Einen Schwerpunkt unserer erzieherischen Praxis stellt die Raumgestaltung dar. Von Geburt an lernen die Kinder, indem sie Dinge, Materialien, Lebewesen in ihrer Lebenswelt hantierend erkunden und begreifen. Sie stellen Beziehungen zu den Dingen her und entwickeln emotional bedeutsame Bilder von ihrer Welt und sich selbst als kompetente Säuglinge und Kleinkinder.

In der Raumgestaltung unterstützen wir die Eigentätigkeiten und Grundbedürfnisse wie folgt:

  • Grundbedürfnis Schlaf, Ruhe, Rückzug
    Der Schlaf- und Ruheraum bietet für die jungen Kinder Schlafplätze, die mit persönlichen Dingen der Kinder (Tücher, Kuscheltiere, Deckchen, etc.) individuell gestaltet werden. Die Wickelkommode bietet der Erzieherin und dem Kind einen geschützten, intimen Rahmen, in dem sich hygienische Tätigkeiten und sozial-emotionale Zuwendung verknüpfen lassen. Die direkte Zuwendung und die mimisch-gestische Kommunikation befördern und intensivieren die Beziehung von Erzieherin und Kind.
  • Grundbedürfnis Bewegung
    Die Raumgestaltung provoziert durch Podeste, Rampen, Hocker, Haltestangen, Balancierelemente u. a die Bewegung als der Grundform der kindlichen Entwicklung. Die Kinder entscheiden in allen Situationen selbst, wann und wie sie sich bewegen wollen. Die Erzieherinnen unterstützen sie dabei, sichern wo es notwendig ist und bestärken sie in ihren Gehversuchen und neuen Bewegungsfiguren.
  • Grundbedürfnis Essen
    Das Zubereiten von Essen wie Frühstück und Imbiss sind in den Gruppenalltag integriert. Der freie (begleitete) Zugriff auf Getränke, Obst und das gemeinsame Essen ermöglichen leib-sinnliche und soziale Erfahrungen und stärken das Wohlbefinden der Kinder.
  • Grundbedürfnis Hantieren, Entdecken, Erkunden
    Das Erkundungsverhalten der Kinder wird in besonderer Weise durch Dinge und Geräte des alltäglichen Haushalts und offene Materialien angesprochen. In Regalen und Schubladen finden die Kinder einen großen Fundus an Dosen, Besteck, Eierbechern, Schlüsseln, Geschirr u. a., die sie sortieren, stapeln, ein- und ausräumen und phantasievoll kombinieren können. Offene Materialien wie Zeitschriften, Kataloge und alte Sachbücher laden zum Stöbern, Blättern und „Auseinandernehmen“ ein.
  • Grundbedürfnis Gestalten, Kreativität
    Fingerfarben, Quarzsand, Kleister, Knete, Getreide, Ton, Papier und andere offene Materialien bilden die Grundausstattung für das senso-motorische Hantieren der Kinder. Wir begleiten ihr kreatives Schaffen, geben Impulse, assistieren und freuen uns mit den Kindern an ihrem schöpferischen Handeln.
  • Grundbedürfnis Kommunikation
    Eine Spiel- und Kommunikationsinsel eröffnet vielfältige informelle Begegnungen. Hier können Puppen, Autos, Kleider, Tücher, Arztkoffer, Kaufladen, Fotobücher, Kataloge und andere Dinge das Spielen und Kommunizieren der Kinder anregen.

    Von Anfang an eröffnen wir Spielsituationen, in denen zwei bis vier Kinder gemeinsam spielen lernen. Wir bieten Materialien an, moderieren das Zusammenspiel der Kinder, schlichten in Streitfällen und trösten, wo Frust und Schmerz entstehen. Die Hinführung zum gemeinsamen Spiel und die alltägliche aktive Unterstützung der spielenden Kinder fördern emotional-soziale und kognitiv-kommunikative Lernprozesse in der Kindergruppe.
  • Die Unterstützung von Autonomie und Erkundungsverhalten
    Säuglinge und Kleinkinder sind von Anfang an bestrebt, im Zusammenspiel mit ihren Eltern die eigene Kompetenz zu erleben. Sie wollen alles selber anfassen, selber machen und erleben sich selbst als eigene Person in ihrem eigenen Tun. Wir Erzieherinnen achten im Alltag auf die Autonomie- und Kompetenzbedürfnisse der jungen Kinder. Wir wissen, dass die unmittelbare eigene Erfahrung, die eigene Aktivität die Grundform des kindlichen Lernens bilden.
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